Aktion Freiraum

RTS
22.02.2008 Zisch: Keine Untersuchung nach Massenfestnahme
Die Massenverhaftung nach einer unbewilligen Demonstration am 1. Dezember 2007 in Luzern zieht keine externe Untersuchung nach sich. Das Stadtparlament hat am Donnerstag eine entsprechende Forderung der SP mit 22 zu 19 Stimmen abgelehnt.Die unbewilligte Demo im Vögeligärtli war von der Polizei aufgelöst worden. (Bild Dominique Rosenmund / Neue LZ)

 

Am 1. Dezember 2006 hatte die Aktion Freiraum zu einer unbewilligten Demonstration für die Alternativkultur und mehr Freiraum aufgerufen. Weil an diesem Wochenende die Auslosung zur EURO 2008 in Luzern stattfand, fürchtete die Stadt um ihr Image. Sie kündigte an, eine allfällige Demonstration aufzulösen. Was sie dann auch tat.

245 Personen wurden verhaftet und in der ehemaligen Zivilschutzanlage im Sonnenbergtunnel festgehalten. Wegen der Massenverhaftung und den Zuständen in dem improvisierten Gefängnis gab es heftige Kritik an der städtischen Sicherheitsdirektorin Ursula Stämmer und an der Polizei.

Zwei Wochen später wurde die Demonstration, nun von der Stadt bewilligt, nachgeholt. Mehrere hundert Personen nahmen daran teil.Die Kundgebung verlief friedlich und ohne Zwischenfälle.

Im Stadtparlament stellten sich die bürgerlichen Fraktionen von CVP, FDP und SVP hinter die sozialdemokratische Sicherheitsdirektorin Ursula Stämmer. Für eine externe Untersuchung votierten neben der SP die Grünen und die Chance 21.

sda

Quelle: zisch.ch 

 
15.04.2008 20min: Massenverhaftung in Luzern waren rechtens

Massenverhaftung in Luzern waren rechtens

Bei der Massenverhaftung von 245 Demonstranten am 1. Dezember 2007 in Luzern wurden laut Sicherheitsdirektion keine ungebührlichen Behandlungen festgestellt. Es gibt daher keine Disziplinarverfahren.

Weil am ersten Dezember-Wochenende in Luzern die Gruppen für die Euro 2008 ausgelost wurden (Final Draw), hatte die Stadt der «Aktion Freiraum» keine Demonstrationsbewilligung erteilt. Als die Demonstranten trotzdem für die Alternativkultur auf die Strasse gingen, kam es zu einer Massenverhaftung.

54 Beteiligte der «Strassenparty» erhoben Aufsichtsbeschwerde. Sie beklagten sich über lange Wartezeiten in der Haftstelle und die Situation in den Zellen (Hitze, Kälte, Platzmangel, kein Wasser, Leibesvisitation usw.). Einzelne warfen der Polizei vor, sie beleidigt, geschlagen oder getreten zu haben. Auch drei Medienleute erhoben eine Beschwerde.

Vorgehen der Polizei gesetzlich abgestützt

Die städtische Sicherheitsdirektion - als vorgesetzte Behörde der Stadtpolizei - informierte heute über das Ergebnis ihrer Untersuchungen. Fazit: Aufgrund der Untersuchungen und der gesichteten Videos könne man keine ungebührlichen Behandlungen feststellen. Es würden deshalb auch keine Disziplinarverfahren eröffnet.

Die von vielen kritisierte Vorgehensweise der Polizei stütze sich auf eine gesetzliche Grundlage, hält die Sicherheitsdirektion fest. Viele Demonstrierende hätten sich zudem aneinandergeklammert, um die Abtransporte zu verhindern oder zu erschweren. Schläge und Tritte durch die Polizei habe man auf den Videos nicht gesehen.

Etwas anders werden die Situation und die Betreuung in der Haftstelle im Sonnenbergtunnel beurteilt. Wegen der grossen Zahl der Verhafteten und den damaligen Umbauarbeiten sei eine optimale Betreuung nicht möglich gewesen. Zudem sei die Anlage nur für 100 bis 150 Personen angelegt.

Verbesserungen in Gefangenensammelstelle

Dass die Festgenommenen nicht optimal betreut wurden, stellt nach Ansicht der Sicherheitsdirektion indessen keine ungebührliche Behandlung dar. Auch Anstandsverletzungen durch Polizeiangehörige seien nicht auszumachen. Selbst wenn deren Vorgehen «eine unangenehme Betroffenheit» bewirke, sei das nicht zwingend unangemessen oder unzweckmässig.

Baulich und organisatorisch hingegen will man die Luzerner Gefangenensammelstelle Sonnenberg aufrüsten, damit sie auch bei Grossandrang funktionsfähig ist. Laut der Kriminalpolizei des Kantons will man drei neue grosse Sammelarrestzellen mit Toiletten und Waschbecken schaffen. Zudem sind zwölf getrennte Kabinen für Leibesvisitationen und ein medizinischer Untersuchungsraum geplant.

Zur schnelleren «Abfertigung der Arrestantentransporter» soll ein beleuchteter Wendeplatz gebaut werden. Für Polizisten sind EDV- Arbeitsplätze mit Zugang zu Datenbanken geplant. Schliesslich soll für den Betrieb der Haftanlage mehr Personal eingesetzt werden. Es werden neue Handschellen mit kleinerem Verletzungsrisiko beschafft; auf so genannte Schnellbinder will man verzichten.

JUSO fordern externe Untersuchung

In einer ersten Reaktion zeigten sich die Luzerner Jungsozialisten (JUSO) enttäuscht von den «unseriösen» Abklärungen. Polizei und Sicherheitsdirektion seien nicht gewillt, die Vorwürfe ernsthaft zu untersuchen, heisst es in einer Medienmitteilung. Nur eine externe Untersuchung könne die verfahrene Situation klären.


Quelle: SDA/ATS

 

Quelle: 20min.ch 

 
16.12.2007 Teletell

Festnahmen Demonstration "Aktion Freiraum" Luzern

 

Teletell.ch

 


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