Aktion Freiraum

Sauvage
14.04.2008 20min: Konflikt droht zu eskalieren

Konflikt droht zu eskalieren

Nach der Besetzung der ehemaligen Unions-Druckerei am letzten Samstag will Stapo-Kommandant Ernst Röthlisberger hart durchgreifen.

«Wir haben unterschätzt, dass die Aktion Freiraum ihre Ziele auch mit gewaltsamen Mitteln erreichen will.» Das Dispositiv werde künftig entsprechend angepasst. «Dabei muss im Rahmen der Verhältnismässigkeit auch der Einsatz von schweren Mitteln miteinbezogen werden», so Röthlisberger. Die Aktion Freiraum veröffentlichte gestern ihrerseits eine kurze Videosequenz über das Zusammentreffen der Freiräumler mit der Polizei vom Samstag. Dieses soll laut Sprecher Sandro Hofstetter belegen, «dass die Vorwürfe der Polizei falsch» seien. Laut Kommandant Röthlisberger hatten einige der Festbrüder die Polizisten mit Eisenstangen bedroht.

mfe

 

Quelle: 20min.ch

 
13.04.2008 20min: Illegale Party der Aktion Freiraum

Illegale Party der Aktion Freiraum

In der leer stehenden ehemaligen Unions-Druckerei in Luzern hat die Aktion Freiraum in der Nacht auf Sonntag eine unbewilligte Party veranstaltet.

«Die über 800 Teilnehmer zeigten, dass es mehr Raum für alternative Kultur braucht», sagt Sandro Hofstetter, Sprecher der Aktion Freiraum. Ausserdem gebe es passende freistehende Häuser wie die Druckerei. Von der Party war die Stadtverwaltung vorgängig nicht informiert worden. Die Polizei habe zwar ihre Präsenz vor Ort markiert, sei dann aber laut Hofstetter bald wieder abgezogen. Mit von der Partie war auch der seit geraumer Zeit von der Stadt vermisste Boa-Elch.

akk

 

Quelle: 20min.ch

 
17.04.2008 Zisch: Ein Gegenpol

Ein Gegenpol

Zum Fest der «Aktion Freiraum» in einer ehemaligen Druckerei in Luzern. Lidia Bucher, Malters.

Als kritische, aktive, lebensfrohe Luzerner Bürgerin habe ich die aktuelle Polemik um die vergangene Sauvage in der Unions-Druckerei mitverfolgt. Ich bin empört über die Diffamierung der Stadtpolizei gegenüber der Aktion Freiraum. Wie ich aus sicherer Quelle erfahren habe, waren die BesetzerInnen weder betrunken noch gewaltbereit. Ziel war lediglich ein unkompliziertes Eindringen in das seit einigen Monaten leer stehende Gebäude. Die hohe, durchmischte Besucherzahl, die ausgelassene Stimmung und das vielfältige Musikangebot haben erneut aufgezeigt, dass ein akutes Raumproblem der alternativen Kulturszene besteht - nach der Schliessung der Boa steht sie sozusagen auf der Strasse. Die Stadt hat dies immer noch nicht realisiert.

Die Verleumdung von Seiten der Polizei ist ein deutlicher Hilfeschrei; nur weil sie nicht vorbereitet waren, wird gleich ein extremes Gefahrenpotenzial damit verbunden. Die Aktion Freiraum hat schon lange versucht, der Stadt zu verdeutlichen, was ihre Anliegen sind. Meines Erachtens ist ein Gegenpol zur etablierten Kultur, also ein selbstbestimmtes, basisdemokratisch organisiertes Kulturzentrum, legitim und wichtig!

 

Quelle: Zisch.ch

 
16.04.2008 Zisch: War die Stimmung an der «illegalen Party» gar nicht so aggressiv?

War die Stimmung an der «illegalen Party» gar nicht so aggressiv?

Zum Artikel «Illegales Fest in alter Druckerei», Ausgabe vom 14. April. Verschiedene Autoren

Es ist mehr als fragwürdig, wie «unser Freund und Helfer» betreffend die Party am letzten Samstag informiert. Es war vor Ort eine absolut friedliche Stimmung. Ich wage zu behaupten, dass in jedem Club der Stadt mehr Aggression vorhanden ist, als wie sie am letzten Samstag in der alten UD-Druckerei anzutreffen war. Die Polizei muss nun wohl mit falschen Behauptungen rechtfertigen, dass sie nicht eingegriffen hat. Hätte sie das, hätten sie wohl alle 800 Leute im Sonnenberg verstaut - und es wäre zum gleichen Schlamassel wie letzten Dezember gekommen. Ich denke, dass die 800 anwesenden Personen genug Grund dafür sind, dass Luzern solche Plätze braucht.

Samuel Vollmeier, Luzern


Nach einem harten Arbeitstag überquerte ich am Samstagabend gegen 22 Uhr die Langensandbrücke, als ich eine grössere Gruppe junger Leute mit einem Musikwagen sah, wie sie die Strasse überquerten und Richtung Kellerstrasse marschierten. Die Gruppe steuerte auf ein Gebäude zu, wie ich später herausfand, die alte UD-Druckerei. Vor dem Gebäude sah ich zwei Polizeiautos, welche wegfuhren, als sie die Gruppe sahen. Überrascht bin ich nun von der Aussage von Herrn Röthlisberger, denn ich sah keinerlei Gefahr für die anwesenden Polizisten.

Kurze Zeit später hörte ich bereits die ersten Klänge von Musik aus dem Haus. Wie ich aus einem Gespräch mit einer Anwesenden erfuhr, handelt es sich bei dem Anlass um eine Sauvage. Ich liess mir erklären, dass man bei einer solchen Aktion für einen Abend ein leer stehendes Haus für sich beansprucht, um eine Veranstaltung durchzuführen. Sie würden auf dieses Mittel zurückgreifen, da es in der Stadt Luzern keinen Freiraum gebe und die Stadtregierung ihre Anliegen nicht ernst nehme. Da die jungen Leute auf mich einen freundlichen Eindruck machten, wagte ich mich hinein und fand auf drei Etagen bereits aufgestellte Musikanlagen, viele waren bereits am Tanzen, die Stimmung war ausgelassen.

Ich hatte auch meine Vorurteile gegenüber dieser so genannten Aktion Freiraum. Doch an diesem Abend hatte ich die Gelegenheit, mir ein eigenes Bild zu machen. Mich verwundert es, zu welchen Aussagen sich Herr Röthlisberger hinreissen liess, denn ich erkannte zu keinem Zeitpunkt eine aggressive Stimmung.

Ich sah keine Eisenstangen, und die Menschen waren auch nicht übermässig betrunken, sondern ausgesprochen fröhlich und gut gelaunt. Mich erstaunt es, wie stark die Berichterstattung von meinen persönlichen Eindrücken abweicht.

Marcel Etterlin, Luzern


Obwohl ich keiner linksradikalen oder autonomen Gruppierung angehöre und auch sonst politisch keine Extreme vertrete, war ich am letzten Samstag an diesem Fest und habe die friedliche Atmosphäre bei guter Musik genossen. Leider musste ich feststellen, dass die Tatsachen seitens der Polizei völlig falsch beurteilt wurden.

Bei meiner mehrstündigen Anwesenheit kam ich kein einziges Mal in eine Situation, bei der ich mit Aggression und Gewalt konfrontiert war. Ich möchte sogar noch weitergehen und sagen, dass ich die Stimmung an den Anlässen von Aktion Freiraum bisher immer sehr positiv und friedlich wahrgenommen habe - viel besser als an den meisten anderen Festen und Veranstaltungen, bei denen ich mich sonst aufhalte. Somit sind die Beschreibungen der Stadtpolizei Luzern unsachlich und unvollständig.

Auch der entstandene Sachschaden ist in meinen Augen zwar bedauerlich, blieb aber im Vergleich zu anderen öffentlichen Anlässen minim. Hätten «betrunkene, aggressive und bewaffnete Autonome» im Haus gewütet, wäre der Sachschaden bestimmt um ein Vielfaches grösser.

Es enttäuscht mich, dass die Anliegen von engagierten und aktiven Jugendlichen, die ihre Freizeit einsetzen, um die Stadt Luzern kulturell vielfältiger zu gestalten, so ignoriert und abgewertet werden. Was für Motivation bleibt da einem Jugendlichen noch, um sich in dieser Gesellschaft zu engagieren und einzubringen?

Aurel Vogel, Luzern

 

Quelle: Zisch.ch 

 
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