Aktion Freiraum

22.04.2008 Zisch: Wegsperren und verbieten ist keine Lösung

«Wegsperren und verbieten ist keine Lösung»

Zu den Forderungen der Aktion Freiraum. Lukas Riechsteiner, Emmenbrücke.

Mit einigem Kopfschütteln habe ich die Äusserungen unseres Polizeikommandanten zum illegalen Fest der Aktion Freiraum gelesen. Meines Wissens war er weder anwesend, noch hat er in irgendeiner Form das Gespräch mit den Veranstaltern gesucht. Um sich zu rechtfertigen, versucht er ein Schreckensszenario heraufzubeschwören, das nicht stattgefunden hat.

Mit Speck fängt man Mäuse oder anders ausgedrückt, mit linken, bewaffneten und vermummten Gewalttätern fängt man Parlamentarier. So versucht er, Mittel für sein Polizeikorps zu generieren. Und prompt funktioniert es: Die SVP macht brav Vorstösse, und auch Frau Trudi Bissig-Kennel von der FDP scheut sich nicht, unkritisch und undifferenziert ins gleiche Horn zu blasen. Dies befremdet mich sehr, erwarte ich doch von einer Partei, die nach wie vor Freisinn propagieren will, eine objektive, fundierte Meinung. Es reicht eben nicht, nur aufgrund der Schilderung einer Partei zu urteilen, man müsste auch die andere Seite anhören.

Lange ist es her, dass ein gewisser Salieri die mittlerweile unumstrittene Kunst eines Mozart mit allen Mitteln, aber vor allem durch Ignoranz und Verleumdung bekämpft hat. Es stimmt mich nachdenklich, wie auch bei der Umnutzung der Zivilschutzanlage Sonnenberg argumentiert wird, die Aktion Freiraum sei der Auslöser gewesen mit einer wohl unbewilligten, jedoch absolut gewaltfreien Aktion vom 1. Dezember. Ich denke, die Initianten haben am 15. Dezember an ihrem bewilligten Strassenfest hinlänglich bewiesen, dass sie friedlich für alternativen Freiraum kämpfen. So appelliere ich an die Salieris in den Köpfen unserer ParlamentarierInnen, sich ihre Meinung unter Einbezug aller Fakten zu bilden. 800 Besucher, ein friedliches Tanzen unterschiedlichster Menschen quer durch alle Altersgruppen und extrem geringer Sachschaden sprechen für sich. Die Forderungen der Aktion Freiraum sind berechtigt. Wie sonst soll sie bei Bevölkerung und Regierung auf ihre Anliegen aufmerksam machen? Glauben Sie mir, Mozart würde Aktion Freiraum wählen, denn sie widerspiegelt eine lebendige, kreative und widerspenstige Kultur!

 

Quelle: Zisch.ch

 
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