Aktion Freiraum

21.01.2008

Medienmitteilung der Aktion Freiraum zum runden Tisch der IG KULTUR betreffend dem Thema „Freiräume - Südpol - Freie Kultur“ vom 21.1.08

Auf Montag, 21.1.2008, hatte die Interessengemeinschaft IG Kultur VertreterInnen der Aktion Freiraum, der IKU BOA, der JUSOS, Jungen Grünen, von Treibhaus, Sedel, La Fourmi, Schüür, Südpol und von Radio 3fach zu einer Diskussion über „Freiräume-Südpol-Freie Kultur“ eingeladen. Die 28 Anwesenden (ohne Schüür und La Fourmi) erörterten während zwei Stunden angeregt und sachlich die aktuelle Situation in Luzern.

Erstes Thema waren die Vorbehalte und Missverständnisse zum Kulturwerkplatz „Südpol“. Niemand der Anwesenden sprach diesem neuen Kulturort seine Existenzberechtigung ab, aber die Aussprache zeigte deutlich, dass der „Südpol“ wegen seiner Lage, seiner Positionierung und des publizierten Konzeptes keine Alternative zur geschlossenen BOA darstellen kann und wird.

Der Südpol wird nicht einfach abgelehnt, aber er stösst auf viele Vorbehalte. Diese gründen in erster Linie in einem unterschiedlichen Kulturverständnis und -angebot, das in unserer Stadt brach liegt und das vom „Südpol“ nicht wieder zum Leben erweckt werden wird. Die von der Stadt ausgewählte Trägerschaft wie auch die hierarchische Struktur der Geschäftsleitung stossen bei vielen auf Unbehagen. Ist dies eine adäquate Lösung für eine lebendige, experimentierfreudige und zuweilen aufmüpfige Kulturszene? Kreatives, junges Schaffen braucht Freiräume. Es braucht innerhalb eines Hauses „Durchlässigkeit von unten“ und nicht (nur) Ordnung von oben.

Alternativkultur ist nicht einfach abhängig von Gebäuden und Millionen. Zu ihrer Entwicklung braucht es in erster Linie eine Stadt, welche die Freiräume zulässt. „Eine Kulturstadt braucht breite und lebendige Kulturszenen, die widerspenstig, unreglementiert, kritisch, aufmüpfig und anarchisch sind. Diese Szenen machen den Nährboden des kulturellen Lebens aus.“ schrieb die Stadt noch 2001 in “Kultur-Standort Luzern”, ihrem Grundlagenbericht zu einer kulturpolitischen Standortbestimmung der Stadt Luzern. Wir nehmen die Stadt beim Wort und fordern sie auf, dieses Bekenntnis zu leben und die dafür notwendigen Freiräume zu schaffen. Zuletzt mit der Boa-Schliessung wurde ein Teil der Gesellschaft und des kulturellen Lebens auf die Strasse gewiesen und findet – entgegen der stadträtlichen Behauptung - im Südpol keinen neuen Platz.

Die anwesenden Institutionen werden sich inskünftig regelmässig mit der IG Kultur treffen und sich über die Situation und ihre Entwicklung austauschen. Zudem fordert die Aktion Freiraum die IG Kultur wie auch die Stadt Luzern auf, sich auch für selbstbestimmte, autonome Kulturvermittlung und -räume in unserer Stadt einzusetzen und die dahingehenden aktuellen Bestrebungen aktiv zu unterstützen - und nicht bloss als lästiges Übel wegzusperren.

mit freundlichen Grüssen
Aktion Freiraum

 

Neue Luzernen Zeitung

 
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