Aktion Freiraum

12.12.2007

Stadt zeigt Einsicht - Bewilligung für Strassenfest erteilt

 

Stadt zeigt Einsicht
Jetzt zeigt die Stadt Luzern Einsehen. Denn es muss nochmals darauf hingewiesen werden: Die angebotenen Alternativdaten waren erst im Januar oder Februar. Dies kam für die Aktion Freiraum nicht in Frage, da unsere Anliegen aktuell sind und sich nicht ins nächste Jahr verschieben lassen! Die Stadt Luzern hat dies nun eingesehen und uns für den 15. Dezember eine Bewilligung erteilt. Hätte sie diese Einsicht schon früher gehabt und bei den Verhandlungen angeboten, wäre ein derart massiver Polizeieinsatz wahrscheinlich nicht nötig gewesen. Ausser man hätte tatsächlich einfach ein Zeichen der Repression setzten oder für die EURO 08 proben wollen.
Wie schon am 1. Dezember wollen wir ein friedliches Strassenfest durchführen. Wir sind zuversichtlich, dass dies gelingen wird, ist doch auch der 1. Dezember trotz einem unverhältnismässigen Einsatz von unserer Seite her friedlich verlaufen.

Unsere Kultur steht auf der Strasse!
Die Schliessung der Boa nach 19 Jahren bedeutet nicht nur der Verlust einer schweizweit angesehenen Alternativkultur, sondern auch ein Ende des Luzerner Kulturkompromisses. Die Millionen, welche jährlich in die etablierte Kultur investiert werden, bleiben bestehen. Die 200'000 Franken, welche für die Boa aufgewendet wurden, sind ersatzlos gestrichen. Dies belegt ein Auszug aus der kulturpolitischen Standortbestimmung der Stadt Luzern:

„Eine Kulturstadt braucht breite und lebendige Kulturszenen, die widerspenstig, unreglementiert, kritisch, aufmüpfig und anarchisch sind. Diese Szenen machen den Nährboden des kulturellen Lebens aus. Für diese kulturelle Grundversorgung hat Luzern eine Verantwortung.“
Die Stadtentwicklungsmodelle weisen aber in eine völlig andere Richtung. Die Alternativkultur in Luzern wird ausgetrocknet!

Gleichzeitig wird wertvolle Bausubstanz abgerissen und das Zentrum Luzerns den wohlhabenden Menschen reserviert. Durch luxuriöse Wohnungen wird billiger Wohnraum in der Stadt eine Rarität. Letzte Freiräume an der Fluhmattstrasse 63 und Hofstrasse 3 für Menschen mit schmalem Budget und kreativen Ideen werden polizeilich geräumt und lieber leer gelassen, als diese einer sinnvoller Nutzung zu überlassen. Zudem mussten auch die Häuser an der Fluhmattstrasse 65
und der Gibraltarstrasse der unaufhaltsamen Stadtaufwertung weichen. Überall dort befanden sich kulturelle Freiräume, die ersatzlos verschwinden.

 
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