Aktion Freiraum

04.04.2008 Wir lassen uns von der Stadt nicht länger ignorieren!

 

Offensichtlich hat die Stadt Luzern kein dringendes Interesse mit der Aktion Freiraum ins Gespräch zu kommen. Doch wir lassen uns nicht ewig ignorieren. Zurzeit laufen in der Stadt Luzern Diskussionen über die Zukunft den Sportpätzen des FC Kickers und der Butterzentrale Vieles deutet darauf hin, dass die Emmi das Gebäude aufgibt. Die Aktion Freiraum fordert von der Stadt Luzern das bald leer stehende Gebäude der Alternativkultur zur Verfügung zu stellen.


Auf den von uns geforderten Minimalkonsens für eine gemeinsame Gesprächsbasis (siehe Rede vom Kulturrapport im Anhang) hat sich die Stadt bis heute überhaupt nicht gemeldet. Kürzlich hat sie jedoch die Aktion Freiraum zu einem weiteren Gespräch eingeladen. Auf unsere Datumsvorschläge ist sie nicht eingegangen – und hat uns auf Ende April vertröstet.


Offensichtlich hat die Stadt Luzern keinerlei Verständnis für das Gewicht und die Dringlichkeit unserer Anliegen. Nach der Repression unserer Anliegen am 1. Dezember, einer Ablehnung einer externen Untersuchung dieser Repression und der darauf folgenden Ignoranz der Stadt haben wir die Geduld verloren. Dass in den letzten Monaten dreimal gegen 1000 Menschen auf der Strasse waren, scheint sie nicht zu beeindrucken. Immer noch verneint sie das offensichtliche Bedürfnis nach mehr kulturellen Freiräumen. Wir haben genug! Zu lange haben wir versucht, der Stadt zu verdeutlichen, was unsere Anliegen sind.


Luzern hat keine grosse industrielle Vergangenheit und damit auch wenige ausgediente Fabrikhallen, welche als günstige Kulturzentren dienen können. Die Butterzentrale ist eine dieser Raritäten und bietet für die Stadt Luzern ein riesiges Potenzial, den Bedürfnissen der nicht etablierten Kulturszene nachzukommen.

Es wäre zudem ein grosser Fehler, wenn die Stadt Luzern die Wohnpolitik der Tribschenstadt auf dem Areal der Butterzentrale und des Sportplatzes des FC Kickers unreflektiert fortsetzen würde. Die städteplanerischen Fehler um die Boa würden so wiederholt, wenn in direkter Nachbarschaft vom Treibhaus und vom neu gebauten Haus der Spielleute neben Gewerberäumen teure Wohnungen und Lofts entstehen würden. Die Konflikte wären erneut vorprogrammiert.


Das Bedürfnis nach einem Raum für die Alternativkultur ist aber akut. Die Diskussionen über ein Kulturzentrum in der Butterzentrale dürften lange andauern. Das unmittelbare Raumproblem muss somit trotzdem gelöst werden. Die Aktion Freiraum erwartet, dass die Stadt bis Ende April eine Zwischenlösung vorschlägt. Auf das Verzögerungsspiel des Stadtrates werden wir nicht einsteigen.


Mit Nachdruck möchte die Aktion Freiraum festhalten, dass die Stadt die Alternativkultur seit der Schliessung des Kulturzentrums Boa auf der Strasse stehen liess – und ihre Anliegen mit Repression und Ignoranz auszumerzen versuchte. Wir werden jedoch nicht bis zur Ausblutung zuwarten. Bis Ende April muss ein selbst verwaltetes, alternatives Kulturzentrum Realität sein.

 

 
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